Rund um das Deutschlandticket gibt es immer wieder Debatten, auch bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD ist die Frage der Fortführung des erfolgreichen Modells Thema. Derzeit sieht es so aus, als sei der Fortbestand zumindest bis 2026 gesichert, im Jahr darauf droht ein kräftiger Preissprung.
Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende, dem auch der SoVD angehört, hat in einer Umfrage unter Abonnenten des Deutschlandtickets untersucht, wie diese zu dem Angebot stehen.
Wegfall des Tickets würde Mobilität verteuern
Die Befragung unter den rund 13,5 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten des Deutschlandtickets kommt zu dem Ergebnis, dass für 89,3 Prozent eine langfristige Fortführung des Tickets wichtig ist. Ohne das Deutschlandticket würden die individuellen Mobilitätskosten bei mehr als zwei Drittel der befragten Personen steigen (69,6 Prozent) – und das in einer Zeit, in der viele Menschen dringend auf finanzielle Entlastung angewiesen sind.
Auch für den Klimaschutz ist ein erschwingliches Deutschlandticket von großer Bedeutung. Über 40 Prozent der Befragten gaben an, bei einer Abschaffung des Tickets häufiger mit dem Auto zu fahren.
Bündnis fordert verlässliche Finanzierung des Deutschandtickets
Das Bündnis warnt eindringlich davor, das Angebot im ÖPNV zu reduzieren. Anstelle von Kürzungen im öffentlichen Nahverkehr braucht es massive Investitionen in ein flächendeckendes und barrierefreies Angebot in ländlichen Räumen und in den Städten. Etwa die Hälfte der befragten Bürgerinnen und Bürger würden den ÖPNV stärker nutzen, wenn es höhere Verlässlichkeit gäbe (49 Prozent), Bahn- und Busverbindungen ausgebaut werden (44,6 Prozent) und die Taktung verbessert wird (38,5 Prozent).
Das Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende fordert Bund und Bundesländer dazu auf, sich auf eine auskömmliche und dauerhafte Finanzierung des ÖPNV zu einigen. „Nur so können Instandhaltung und der naturverträgliche Ausbau der Infrastruktur vorangetrieben und tarifgebundene, attraktive Arbeitsplätze gesichert werden. Die Menschen haben klar signalisiert: Sie wollen eine bezahlbare und verlässliche öffentliche Mobilität. Jetzt braucht es politische Entscheidungen, die diesem Wunsch gerecht werden“, so die Verbände.